Wie lange halten Veneers? Arten & Pflegehinweise

Wie lange halten Veneers? In diesem Artikel stellen wir Ihnen vor, wie man durch Pflege die optimale Haltbarkeit erreicht.

Nachdem Veneers in Amerika nun schon länger als Trend gelten, nimmt auch in Deutschland die Nachfrage stetig zu. Vielfältig einsetzbar eignen sie sich gerade im Frontzahnbereich dazu, unschöne Verfärbungen, abgebrochene Zähne oder Risse und leichte Zahnfehlstellungen optisch anzupassen.

Die große Frage, die jedoch immer wieder aufkommt, ist: Wie lange halten Veneers überhaupt? Denn neben den Erstkosten ist ebenso die Haltbarkeit für die richtige Entscheidung relevant. Aber auch die Fragen nach der richtigen Pflege sowie nach möglichen Alternativen sollten geklärt sein, bevor Sie sich für den Einsatz von Veneers entscheiden.

Um diese Fragen also nach und nach zu beantworten, lassen Sie uns doch erst einmal einen Blick auf die verschiedenen Arten von Veneers werfen:

Definition: Was sind Veneers genau?

Bei Veneers handelt es sich um durchscheinende Schalungen, welche in der Zahnmedizin genutzt werden, um optischen Korrekturen vorzunehmen. Dazu wird im ersten Schritt ein Teil der gesunden Zahnsubstanz abgeschliffen, bevor die individuell angepasste und hauchdünne Schale auf der Zahnoberfläche dauerhaft befestigt werden.

Eine Alternative, bei der die Zahnsubstanz nicht abgeschliffen wird, sind sogenannte Veneers-to-Go und Non-Prep-Veneers,

Gut zu wissen: Bei Veneers handelt es sich um eine rein zahnkosmetische Behandlung. Sie werden also nicht aus medizinischen Gründen eingesetzt, weshalb die gesetzlichen Krankenkassen sich auch nicht an den Kosten beteiligt.

Die verschiedenen Veneer-Arten im Überblick

Veneers sind eine Wissenschaft für sich, denn je nach Art unterscheidet sich nicht nur das Material, sondern teils sogar die Methode der Anbringung. Wichtig ist daher, die Unterschiede zu kennen:

1. Die Klassiker: Konventionelle Veneers aus Vollkeramik

Verschalungen aus Vollkeramik werden bereits seit Jahrzehnten in der Zahnmedizin eingesetzt, um optische Mängel zu korrigieren. Die konventionellen Veneers bestehen dabei aus 1 mm starker Vollkeramik, was den Vorteil hat, dass sie teils lichtdurchlässig sind. So lassen Sie sich nach der Befestigung kaum noch von echten Zähnen unterscheiden.

Anbringung von Veneers aus Vollkeramik

  • Ihr Zahnarzt nimmt Abdrücke der betroffenen Zähne und sendet diese an ein Zahnlabor weiter.
  • Das Zahnlabor fertigt die benötigten Veneers individuell in ihrer Farbe und Stärke an, um ein täuschend echtes Ergebnis zu erzielen.
  • Ihr Zahnarzt entfernt bei Ihrem nächsten Besuch Kronen, Brücken und/ oder Kunststofffüllungen am betroffenen Zahn.
  • Danach wird Ihre Zahnsubstanz angeschliffen, um den bestmöglichen Halt zu garantieren.
  • Und im letzten Schritt werden die Keramikschalen mit einem speziellen Kleber auf der Zahnoberfläche befestigt.

2. Die Zwischenlösung: Komposit-Veneers

Komposit- beziehungsweise Kunststoff-Veneers werden in der Regel eingesetzt, um die Zeit bis zum Einsatz von Vollkeramik oder Non-Prep-Veneers zu überbrücken. Es handelt sich also um ein Provisorium,

Anbringung von Kunststoff-Veneers

  • Allem voran geht eine professionelle Zahnreinigung, gefolgt von dem Einsatz einer speziellen Lösung, um die Zahnsubstanz anzurauen.
  • Noch in der gleichen Sitzung wird dann das Komposit aufgetragen, modelliert und ausgehärtet, bevor es in die gewünschte Endform geschliffen wird. Dabei lässt es sich ebenso in seiner Farbe anpassen, um ein überzeugendes Ergebnis zu erzielen.

Im Gegenteil zu Vollkeramik-Veneers braucht es für die Befestigung von Kunststoffschalen daher auch nur einen Zahnarzttermin. Schließlich ist eine Zusammenarbeit mit einem Zahnlabor nicht erforderlich und auch das Abschleifen der Zahnsubstanz entfällt.

3. Die Schnellen: Non-Prep-Veneers und Lumineers

Non-Prep-Veneers – auch als Non-Invasive-Veneers bekannt – bieten ebenso wie Kompositschalen den Vorteil, dass für ihre Anbringung kein gesunder Zahnschmelz abgeschliffen werden muss. Mit einer Stärke von gerade einmal 0,2 bis 0,6 mm sind sie zudem deutlich dünner als die Vollkeramik-Variante, so dass die Anwendungsmöglichkeiten geringer ausfallen.

Übrigens: Bei dem Begriff Lumineers, welcher oft in Zusammenhang mit Non-Prep-Schalen fällt, handelt es sich um eine Veneers Marke aus den USA. Es handelt sich also nicht um verschiedene Arten, sondern lediglich um einen besonderen Hersteller.

Anbringung von Non-Prep-Veneers

  • Ähnlich wie bei Kunststoffschalen muss bei dem Einsatz von Non-Prep-Veneers keine Zahnsubstanz abgeschliffen werden. Es heißt also auch hier: Zahnreinigung inklusive Lösung, um die Zahnoberfläche anzurauen.
  • Auch können die Schalen in modernen Zahnarztpraxen selbst hergestellt und noch im gleichen Termin befestigt werden.

4. Die Vorgefertigten: Veneers-to-Go

Veneers-to-Go – auch als Sofort-Veneers bekannt – sind die Musterlösung, wenn es um Zahnkorrekturen im Frontzahnbereich geht. Im Vergleich zu anderen Veneers werden sie bereits in verschiedenen Größen vorgefertigt an Zahnarztpraxen geliefert. So lassen Sie sich in kürzester Zeit einsetzen, was sich ebenso auf die anfallenden Kosten auswirkt.

Anbringung von Sofort-Veneers

  • Auch hier steht die professionelle Zahnreinigung sowie die Anrauung der Zahnsubstanz an erster Stelle. Anders als bei anderen Veneers-Arten ist jedoch kein Zahnabdruck nötig, da die Schalen bereit genormt sind.
  • Die bereits vorgefertigten Schalen müssen also nur noch auf den betroffenen Zähnen angebracht werden.

Wie lange halten professionell eingesetzte Veneers?

Allein in den letzten Jahren hat sich die Langlebigkeit von Veneers durch technologische Fortschritte deutlich verbessert.

Jedoch gibt es nach wie vor Unterschiede bei den verschiedenen Arten, welche wir für Sie übersichtlich festgehalten haben:

Veneer-Art/ MaterialHaltbarkeitKosten pro Blende
Vollkeramik-VeneersDurch ihre Stärke von bis zu 1 mm sind konventionelle Veneers besonders langlebig und halten laut einer Langzeitstudie der Universität Innsbruck in 93,5 % aller Fälle mindestens 10 Jahre. Aber auch nach 20 Jahren steht es um Keramikschalen gut: Denn 82,93 % sind auch nach zwei Jahrzehnten noch intakt. Zudem sind die häufigsten Beschädigungen nachweislich durch nächtliches Zähneknirschen entstanden, welches einfach mit Hilfe einer Beißschiene unterbunden werden kann.ab 600 bis 1.000 €
Kunststoff-VeneersKomposit-Veneers werden nicht ohne Grund häufig nur als Zwischenlösung eingesetzt. Denn auch wenn sie deutlich günstiger als Vollkeramik-Schalen sind und sogar zwischen 5 und 10 Jahre halten, so sind sie ebenso anfälliger für Verfärbungen.ab 250 bis 400 €
Non-Prep-VeneersLumineers, welche auch zu Non-Prep-Veneers zählen, zeichnen sich laut Aussagen der Hersteller durch lange Haltbarkeit aus. Laut Studien ist hier die Sprache von bis zu 20 Jahren, wohingegen Non-Prep-Veneers anderer Marken nur eine Lebensdauer von 5 bis 10 Jahren haben.ab 300 bis 800 € Lumineers®: 600 bis 1.100 €
Veneers-to-GoÄhnlich wie bei Non-Prep-Veneers haben auch Veneers-to-Go eine geringere Haltbarkeit als konventionelle Schalen. Ihre Lebensdauer beträgt im Durchschnitt etwa 10 Jahre.ab 350 bis 400€

Werden die Kosten für Veneers von der Krankenkasse bezahlt?

Da es sich bei Veneers um einen kosmetischen Eingriff handelt, lehnen gesetzliche sowie die meisten privaten Krankenkassen die Kostenübernahme ab. Ausnahmen sind hier Sonderregelungen in der jeweiligen Police oder Zahnzusatzversicherungen, die gegebenenfalls auch die Anbringung von Veneers übernehmen.

Haltbarkeit von Veneers steigern: Diese Faktoren haben einen Einfluss

Eins sollte klar sein: Veneers halten nicht für immer. Jedoch gibt es neben dem Material noch vier weitere Faktoren, die einen Einfluss auf die Langlebigkeit Ihrer Verschalungen haben:

  1. Professionelle Anbringung: Informieren Sie sich vorab, welche Zahnarztpraxis in Ihrer Nähe gut ausgestattet ist, Erfahrung mit Veneers mitbringt und eine gute sowie ausführliche Beratung bietet. Hier können Sie in der Regel sicher sein, dass auch die Befestigung Ihrer Veneers von erfahrenen Profis umgesetzt wird.
  2. Starke Belastung: Verzichten Sie besser auf harte Lebensmittel und tragen Sie bei Bedarf nachts eine Beißschiene, um Risse oder den Verlust des Veneers zu vermeiden.
  3. Kontrollbesuche und Untersuchung: Wie auch ohne Veneers sollte eine regelmäßige Prophylaxe zur halbjährlichen Routine gehören, um mögliche Schäden schnell zu erkennen und zu handeln.
  4. Die richtige Pflege: Sorgen Sie für eine gute Zahn- und Mundhygiene, damit sich an den betroffenen Zähnen kein Karies bilden kann und sich die eingesetzten Veneers nicht verfärben.