Probleme bei Implantaten im Oberkiefer

Was kommt beim Setzen eines Implantats im Oberkiefer auf Sie zu, welche Risiken gibt es und wann lohnt sich das Einsetzen dennoch.

Nach dem Setzen eines Zahnimplantats gehören Schmerzen über einige Tage zu den häufigsten Problemen. Allerdings können Implantate noch andere Risiken und Nebenwirkungen haben. Besonders fürchten Patienten sich häufig vor Problemen bei einem Implantat im Oberkiefer.

In diesem Artikel wollen wir Ihnen erklären, was beim Setzen eines Implantats im Oberkiefer auf Sie zukommt, welche Risiken es gibt und wann sich das Einsetzen dennoch lohnt.

Wie werden Implantate im Oberkiefer eingesetzt?

In vielen Fällen sind Implantate im Oberkiefer ein sinnvoller Zahnersatz. Das Setzen des Implantats folgt dabei grundsätzlich demselben Ablauf wie im Unterkiefer.

Der Zahnarzt gibt Ihnen vor dem Eingriff eine örtliche Betäubung. Für sensible Patienten und Angstpatienten kommt eine Sedierung in Betracht. Dann wird das Implantat in den Kiefer eingebracht und die Wunde vernäht.

Probleme beim Implantat im Oberkiefer entstehen häufig dadurch, dass nicht genug Knochensubstanz vorhanden ist. Der Oberkiefer ist weicher als der Unterkiefer, weshalb hier unbedingt ausreichend Knochenmasse zum Setzen eines Implantats vorhanden sein muss.

Welche Probleme können im Rahmen der OP auftauchen?

Entscheiden Sie in Absprache mit Ihrem Zahnarzt, dass Implantate im Oberkiefer für Sie sinnvoll sind, so wird der Zahnarzt, um Komplikationen vorzubeugen, zunächst das Knochenangebot im Oberkiefer ermitteln. Ihr Zahnstatus wird genau erhoben.

Danach wird der Eingriff in allen Einzelheiten geplant und mit Ihnen abgesprochen.

Trotz größter Sorgfalt und Planung kann es aber im Rahmen der OP zu Problemen kommen. Direkt während und nach der OP stehen die folgenden Risiken im Vordergrund:

  • akute Entzündungen des Kiefers oder Zahnfleisches,
  • Reizungen und Irritationen des Zahnfleisches,
  • Schmerzen und Schwellungen,
  • Verletzungen von Nerven oder anderen Zähnen,
  • Blutergüsse.

Erwarten mich beim Einsetzen eines Zahnimplantats im Oberkiefer Schmerzen?

Während des Setzens Ihres Implantats erhalten Sie selbstverständlich eine passende Betäubung. Sie sollten daher während des gesamten Eingriffs keine Schmerzen empfinden.

Direkt nach dem Setzen des Zahnimplantats sind Schmerzen für einige Tage normal. Diese lassen sich in aller Regel mit frei verkäuflichen Schmerzmitteln gut in den Griff bekommen.

Probleme bei Implantat im Oberkiefer durch notwendigen Knochenaufbau

Ist der natürliche Knochenkamm nicht breit oder hoch genug, kann dies die Ursache von Problemen mit Implantaten sein, besonders im Oberkiefer. Doch wie werden Implantate im Oberkiefer eingesetzt, wenn das Knochenangebot nicht ausreicht?

Auch in diesem Fall müssen Sie meist nicht auf ein Implantat verzichten. Ihr Zahnarzt kann mittels verschiedener Methoden den Knochen wieder aufbauen, sodass dieser genug Halt für das Implantat bietet. Allerdings birgt der Knochenaufbau nochmals eigene Risiken und Nebenwirkungen.

Ablauf und Risiken des Sinuslifts im Oberkiefer

Eine der häufigsten angewendeten Methoden zum Knochenaufbau im Oberkiefer ist der Sinuslift. Hierbei wird durch Entfernung weichen Gewebes eine Art Höhle über dem zu niedrigen Knochenkamm gebildet. Diese wird dann mit Eigenknochen oder Knochenersatzmaterial ausgefüllt.

In vielen Fällen ist eine gleichzeitige Versorgung mit dem Implantat möglich.

Ein Sinuslift birgt eine Reihe an Risiken:

  • Eröffnungen der Kieferhöhle, welche einen Abbruch der OP notwendig machen,
  • Risse der Kieferhöhlenschleimhaut, welche meist direkt operativ versorgt werden können,
  • Blutergüsse und Schwellungen,
  • Fieber und Infektionen, weshalb Sie nach einem Sinuslift prophylaktisch Antibiotika erhalten,
  • Blutungen und Nachblutungen.

Ablauf und Risiken des Bone-Splittings / Spreadings im Oberkiefer

Während der Sinuslift sich eignet, um einen nicht ausreichend hohen Kieferkamm zu korrigieren, eignet sich das Bone-Splitting, auch Bone-Spreading genannt, zur Verbreiterung eines schmalen Kieferkamms. Hierbei wird der Kieferkamm gespalten, auseinander gepresst und der entstehende Spalt wieder mit Eigenknochen oder Knochenersatzmaterial aufgefüllt.

Beim Bone-Splitting muss der Knochen vor der Versorgung mit dem Implantat in der Regel zunächst ausheilen.

Neben den üblichen Nebenwirkungen einer OP wie Schwellungen oder Schmerzen kann es beim Bone-Splitting zum Bruch des gespaltenen Knochens kommen. Dieser wird dann durch eine zusätzliche Schraube stabilisiert.

Ablauf und Risiken der Auflagerungsosteoplastik

Obwohl Sinuslift und Bone-Splitting – auch in Kombination – als Standardmethoden bei zu wenig Knochen im Oberkiefer gelten, ist auch eine sogenannte An- oder Auflagerungsosteoplastik möglich. Dazu wird ein angepasster Knochenblock mit kleinen Nägeln oder Schrauben auf dem Kieferkamm fixiert mit dem Ziel, dass dieser fest mit dem vorhandenen Knochen verwächst.

Die Risiken bei dieser Art des Knochenaufbaus sind deutlich häufiger und schwerwiegender als bei Sinuslift und Bone-Splitting, weshalb Zahnärzte meist zu anderen Methoden raten. Sie umfassen unter anderem:

  • gestörte Wundheilung und Infektionen,
  • teilweiser oder kompletter Verlust des Knochenblocks,
  • Abszessbildung.

Gibt es langfristige Risiken und Nebenwirkungen von Implantaten?

Damit wären die akut auftretenden Probleme bei Implantaten im Oberkiefer, welche sich meist gut behandeln lassen, geklärt. Manche Patienten aber treibt die Frage um, ob ein Implantat auch langfristige Nebenwirkungen haben kann. Können Zahnimplantate gar krank machen?

Auch, wenn Implantate allgemein als gut verträglich gelten, können in der Praxis manchmal langfristige Probleme mit Implantaten beobachtet werden:

  • extrem selten Lockerung oder Ausfallen des Implantats oder Implantatbrüche,
  • anhaltende Reizungen des Zahnfleisches durch schlecht sitzenden Zahnersatz auf dem Implantat,
  • sehr selten chronische Schmerzen, die auf eine Entzündung von Kiefer- oder Nasenhöhle hinweisen,
  • Periimplantitis, also eine Entzündung des Gewebes um das Implantat herum.

Können Zahnimplantate krank machen?

Die Periimplantitis tritt meist erst nach einigen Jahren auf, lässt sich aber generell gut behandeln und vermeiden. Manchmal allerdings ist zu lesen, Implantate könnten auch andere Entzündungserkrankungen oder Krebs auslösen. Können Implantate also langfristig krank machen?

Darauf deutet nach aktuellem Stand der Wissenschaft nichts hin. Studien berichten neben der Periimplantitis in erster Linie über lokale allergische Reaktionen. Hier ist ein Wechsel des Zahnersatzes meist ausreichend.

Wann sind Implantate im Oberkiefer sinnvoll?

Trotz all der Risiken sind Implantate im Oberkiefer meist eine sinnvolle Lösung. Denn sie ermöglichen einen dauerhaft haltbaren und ästhetisch ansprechenden Zahnersatz, der sich fast so anfühlen wird wie Ihre eigenen Zähne.

Zudem muss klar betont werden, dass die meisten Patienten das Setzen des Implantats, den eventuellen Knochenaufbau sowie das Implantat selbst ohne größere Probleme vertragen.

Welche Alternativen gibt es bei Problemen mit Implantaten im Oberkiefer?

Sollten Sie sich gegen ein Implantat entscheiden oder Ihr Zahnarzt Ihnen individuell davon abraten, bleibt als Alternative meist nur die Voll- oder Teilprothese oder bei einzelnen fehlenden Zähnen eine Brücke.

Lassen sich Probleme mit dem Implantat im Oberkiefer vermeiden?

Sie können durch Ihr Verhalten maßgeblich dazu beitragen, dass es nicht zu Problemen mit Ihrem Implantat im Oberkiefer kommt.

Wie verhalte ich mich direkt nach der OP richtig?

Beginnen Sie direkt nach der OP damit, die betroffene Seite zu kühlen. Das kann Schmerzen und Schwellungen verhindern und die Wundheilung fördern. Legen Sie dazu für 15 Minuten ein Kühlpad auf Ihre Wange und lassen Sie dann mindestens 5 Minuten Pause.

Halten Sie sich zudem genau an die Anweisungen Ihres Zahnarztes zur Pflege und Nachkontrolle des frischen Implantats. Vermeiden Sie bis zum vollständigen Einheilen, harte Lebensmittel auf dieser Seite zu kauen.

Was sollte ich als Patient tun, um langfristige Probleme mit meinem Implantat im Oberkiefer zu vermeiden?

Eine Periimplantitis und allergische Reaktionen werden durch folgende Risikofaktoren begünstigt:

  • bekannte Allergien gegen Metalle oder andere Stoffe,
  • Parodontitis,
  • mangelnde Mundhygiene und falsche Implantatpflege,
  • schlecht eingestellter Diabetes,
  • Rauchen,
  • Osteoporose,
  • Krebs,
  • dauerhafte Einnahme bestimmter Medikamente.

Lassen Sie Ihren Zahnarzt daher unbedingt wissen, wenn einer dieser Punkte auf Sie zutrifft. Folgen Sie zudem strikt einer guten Mundhygiene und geben Sie das Rauchen nach Möglichkeit auf.

Unsicher? Wir beraten Sie gerne zu Implantaten in Berlin

Wünschen Sie sich endlich festen Ersatz für fehlende Zähne, fürchten sich aber vor möglichen Problemen mit einem Implantat im Oberkiefer? Als zahnärztlicher Vollversorger im nördlichen Berlin können wir auf breite Erfahrungen mit Zahnimplantaten zurückgreifen. Vereinbaren Sie gerne jederzeit Ihren Termin für eine individuelle zahnärztliche Beratung!